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Rennbericht "AufSchalke"
ADAC Motorclub 1950 e.V.
Kamp-Lintfort veranstaltet "AufSchalke" Rennen
auf einer Traumstrecke
Bereits bei
Premieren-Veranstaltung 18.000 Zuschauer und TV-Übertragungen
in 20 Länder
Rund achtzehntausend
Zuschauer kamen am 17. November in die Arena "AufSchalke",
um in der modernsten und größten überdachten Arena
Europas das erste Supeross im USA-Format mitzuerleben.
Und bei dieser riesigen Arena-Premiere war der Motorclub
Kamp-Lintfort 1950 e.V. maßgeblich beteiligt. (wie
bereits berichtet)
Als Rennleiter Ralf Janßen
vom Motorclub kurz vor Mitternacht zum letzten Mal die
Zielflagge beim Supercross senkte, stand der
amerikanische Racer Kevin Crine nach drei spannenden Läufen
als Sieger fest.. Der 27 Jahre alte Honda-Fahrer aus
Maryland war die große Überraschung des Abends. Er
eroberte mit den Plätzen 3, 2 und 1 die oberste Stufe
des Siegerpodestes.
Der australische Teenager
Brett Metcalfe erreichte mit seiner Werks-KTM, einem
Prototyp mit nur 200 ccm Hubraum, durch drei
gleichmäßige Rennen (7,4,4) den zweiten Rang, denn die
Konkurrenz patzte. Nick Wey (USA) war nach seinem
dritten Platz in Paris-Bercy am vergangenen Wochenende
gut in Fahrt und siegte im ersten Durchgang. Ein Ausfall
im zweiten Heat machte alle Chancen zunichte. Auch nicht
besser erging es Johnny Aubert. Nach einem Sieg im
zweiten Lauf stürzte der Franzose spektakulär, blieb
aber fast unverletzt.
Joaquim Rodrigues, ein
weiterer Anwärter auf den Gesamtsieg, erging es auch
nicht besser. Ein Gegner krachte gleich zu Beginn des
letzen Laufs in die Honda des Portugiesen. Der mußte
mit starken Schmerzen im Oberschenkel das Rennen
aufgeben.
Bei den drei Supermoto-Läufen
waren die Moto-Crosser durch die Streckenführung
eindeutig im Vorteil. Viel Lehmboden und wenig, dazu
noch rutschiger Beton ließen den Supermoto-Experten und
den Straßenrennfahrern wenig Chancen. Nachdem Marnicq
Bervoets die beste Trainingszeit gesetzt hatte, änderte
sich das Bild im Rennen. Der Sieg von Stefan Everts
schien eine sichere Sache zu werden. Der Belgier auf der
4-Takt-Werks-Yamaha hatte die Konkurrenz sicher im
Griff. Doch ein Überrundungs-Versuch schlug fehl und
der fünffache Motocross-Weltmeister fand sich am Ende
des Feldes wieder. So setzte sich Pit Beirer in seinem
letzen Einsatz für seinen alten Arbeitgeber mit seiner
250-ccm-Zweitakt-Yamaha unter den Beifallsstürmen des
Publikums an die Spitze. Obwohl Everts die beiden
folgenden Läufe knapp für sich entschied, reichten dem
deutschen Grand-Pix-Crosser zwei weitere zweite Ränge
zum Gesamtsieg. Das freute die Kamp-Lintforter
besonders, denn bereits vor elf Jahren gab Pit Beirer am
Eyller Berg sein DM-Debüt, als er 1990 seinen ersten
großen Auftritt hatte. Nun war der ehemalige
Eyller-Berg-Fahrer der Star AufSchalke!
Grand-Prix-Straßenrennfahrer
Loris Capirossi kam hingegen nicht gut zurecht. Der
dreifache Weltmeister , der in der Königsklasse der
500er heuer die WM auf Rang drei beendete, ist wohl eher
in Suzuka oder auf dem Hokenheimring "zu
Hause", denn er lief nur auf den hinteren Rängen
ein. Katja Poensgen konnte nicht an den Start gehen,
sorgte aber bei den Kollegen und Zuschauern für gute
Stimmung. Sie war beim letzten WM-Lauf gestürzt und die
Schulterverletzung erwies sich doch schwerwiegender als
zuerst vermutet.
Seine alte Klasse zeigte
Kurt Nicoll mit dem dritten Schlussrang. Dies ist
bemerkenswert, da der Engländer eigentlich seine
Rennfahrer-Laufbahn beendet hat und Sportchef beim österreichischen
KTM-Werk ist.
Neben zwei weiteren
Supercross der Nachwuchsfahrer, einer Vorführung einer
Kindergruppe mit 65-ccm-Maschinchen und einem
Show-Programm sorgten die Freestyle-Springer für tolle
Unterhaltung. Als die Jungs über die Abschussrampen
flogen und ihre waghalsigen Flugeinlagen zeigten, hielt
es kaum noch einen Zuschauer auf den Sitzen. Altmeister
Mike Jones (USA) konnte leider nicht gegen die jungen
Wilden antreten, da sich wenige Tage zuvor eine
Bruchlandung machte.
Das Kamp-Lintforter
Engagement wurde vom belgischen Promoter Reiner
Verherstraeten sowie von den Offiziellen und der
Stadionleitung entsprechend gewürdigt. Auch die
Vorstellung des ADAC Motorclubs Kamp-Lintfort auf einer
Sonderseite im Programmheft und das Vorwort des 1.
Vorsitzenden, Hans J. Albeck, boten eine gute Plattform,
den Verein vom Niederrhein und das Rennen auf dem
Eyller-Berg-Kurs einem breiten Publikum näherzubringen.
Einige Seiten später
schrieb der Manager des FC Schalke 04, Rudi Assauer,
"Mit Spannung erwarten wir die erste
Sportveranstaltung, die außerhalb des Fußballs in der
Arena auf Schalke stattfindet ...der größten
Indoor-Motosportveranstaltung Europas."
Mit dem Begriff
"Spannung" traf Schalke Manager Rudi Assauer
gleich in mehrerer Hinsicht den Nagel auf dem Kopf, denn
Spannung war nicht nur durch das hochkarätige
Sportprogramm angesagt. Spannend war z. B. auch,
wie viele Zuschauer zu dieser Premiere kommen würden,
denn die Eintrittspreise lagen ja deutlich höher als
bei einem Rennen im Freien wie am Eyller Berg. Spannung
gab es auch bei den Kamp-Lintfortern, die bei dieser
Europapremiere mit dem Aufbau der gesamten Strecke in
dieser Dimension Pionierarbeit zu leisten hatte. Hielten
die beiden, in einer Rekordzeit von nur drei Tagen
gebauten Bahnen den extremen Beanspruchungen stand?
Allein 600 LKW mit 500 Tonnen lehmiger Erde mussten ins
Stadion gebracht werden.
Es klappte – und dafür
ist dem Bahnbauteam des Motorclubs aus der Zechenstadt
ein großes Kompliment zu machen, dem sich auch die
kritischen Proficrosser aus den USA, Australien,
Neuseeland, Belgien, England, Italien und Deutschland
bereits nach dem Training anschlossen. Ebenso perfekt
arbeitete auch die Rennleitung und die
Streckensicherung.
Perfekt war auch das
Sportprogramm, das über 5 Stunden andauerte und bei dem
die Weltspitzenfahrer Sprünge von über zehn Metern Höhe
und 30 Metern Weite hinlegten. Den Betrachtern blieb der
Mund offen stehen, wenn die Grand-Prix-Piloten mit ihren
Motorrädern in luftigen Höhen daher flogen, als seien
sie Zugvögel. So etwas hatte man bisher in Europa
innerhalb einer Sportarena noch nicht gesehen.
Ob neuen Erfahrungen sich
auch auf der Strecke am Eyller Berg umsetzen lassen,
wird das nächste Motocross am 1. Mai 2002 zeigen.
Die gesamte Veranstaltung
ist von TV-Kameras aufgezeichnet worden und wird in 20 Ländern
zu sehen sein, in Deutschland im DSF. Ein Video soll
ebenfalls produziert werden.
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