| Berichte zum Thema Moto World"
aus der 22.06.2003 / LOKALAUSGABE / MOERS Motorpark am Kohlenkuck
MOERS. Das Vorhaben scheint verwegen und man mag zunächst ungläubig den Kopf schütteln. Doch die Planer dieses Großprojektes verfolgen ihr Ziel hartnäckig seit Jahren und meinen es offenbar ernst: Der Projektentwickler Creativ Consultiung Management (CCM) will auf dem Gelände Kohlen-Huck neben der A 57 einen riesigen Motorsportpark realisieren. Kernstücke dieses 60 Hektar großen Freizeitparks mit dem Namen "Moto World Moers" sollen eine ovale Rennstrecke mit Tribünen für 40 000 Zuschauer und ein Motodrom werden. "Wir sind ganz am Anfang", sagt selbst Jürgen Wegner, Chef der in Fischerhude in Schleswig-Holstein beheimateten CCM. Doch immerhin: Die Konzeptidee steht, am Donnerstag stellt Wegner sie dem Planungsausschuss des Rates vor. Auch der Grundstückseigentümer, die Deutsche Steinkohle (DSK), zieht bislang mit. Nach Wegners Angaben besteht eine Vereinbarung, wonach die DSK auf ihre Rechte zur Haldenaufschüttung verzichten will, sobald die "Moto World" planungsreif ist. Die Pläne der CCM sehen folgendes vor: Von 1000 Arbeitsplätzen ist die Rede. "Vorsichtig geschätzt", wie es im Konzept heißt, erwartet Jürgen Wegner an Einnahmen u. a. aus Eintritt, Mieten und Sponsorengeldern 21,9 Millionen Euro jährlich, hinzu kommt Geld aus TV-Übertragungsrechten in nicht genannter Höhe. Auf der anderen Seite steht freilich die stolze Investitionssumme von 124,5 Millionen Euro - ohne Grundstück. Einen Investor gibt es noch nicht, wohl aber, so Jürgen Wegner zur Redaktion, Interessenten. Selbst Autohersteller wie BMW und Mercedes zeigten Interesse. Mit potenziellen Betreibern einer solchen Anlage sei er im Gespräch. Jürgen Wegner zeigt sich überzeugt, dass sein Konzept machbar ist, nicht zuletzt wegen des Standortes: "Er liegt verkehrsgünstig, es gibt keine Anwohner, die der Lärm stören könnte." Läuft alles nach Plan, so Wegner, könnte der Bau 2005 beginnen. THOMAS WITTENSCHLÄGER
25.06.2003 / LOKALAUSGABE / MOERS Wohlwollen für "Moto World" FREIZEIT / Politik und Verwaltung sprechen von einem "interessanten Projekt". Fragen nach Investor und Betreiber.
Die CCM will, wie berichtet, auf einer 60 Hektar großen Fläche neben der A 57 einen Motorsportpark mit Speedway für 40 000 Zuschauer, Multifunktionshalle (Motodrom) und Geländeparcours realisieren. Baubeginn könnte frühestens 2005 sein, die Bauzeit schätzt CCM-Chef Jürgen Wegner auf zwei bis drei Jahre. "Sowas kommt nicht ein zweites Mal." Mindestens 124,5 Millionen Euro müssen investiert werden, dreimal so viel wie für das neue Wedau-Stadion des MSV Duisburg. Hier sieht der städtische Planungsdezernent Günther Wusthoff einen Knackpunkt: "Wir wollen in absehbarer Zeit schon genauer wissen, wer die Investoren sein sollen", sagt Wusthoff im Gespräch mit der Redaktion. Insgesamt hält er die Moto World für ein "sehr interessantes Projekt": "Das ist sicher attraktiv und vor allem wegen der Arbeitsplätze wäre es gut für uns." CCM erwartet, dass 1000 neue Jobs in dem Freizeitpark entstehen werden. Zustimmung kommt von der CDU-Fraktion. Eine "Riesenchance" sieht ihr planungspolitischer Sprecher Manfred Gramse in der Moto World: "Sowas kommt nicht ein zweites Mal." Der Werbeeffekt für Moers wäre enorm. Etwas vorsichtiger formuliert es FDP-Fraktionschef Otto Laakmann: "Ich tendiere zu positiver Unterstützung", sagt er und fragt: "Wer investiert? Wer betreibt die Anlage nachher?" Wie die Liberalen so verlangen auch die Grünen eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Gleichwohl geht ihr Fachmann in Sachen Planung, Christopher Schmidtke, davon aus, dass der Tourismus belebt würde: "Das täte der Region gut." Die SPD hat das Thema erst am späten gestrigen Abend beraten, Fraktionschef Axel Sandhofen spricht freilich ebenfalls von einem "interessanten Projekt". Jürgen Wegner von der CCM kann also mit einem positiven Signal
rechnen, wenn er in der morgigen Sitzung des Planungs- und Bauausschuss
(Großer Sitzungssaal im Neuen Rathaus, 16 Uhr) sein Moto-World-Konzept
vorstellt, und seine Planungen vorantreiben. Bei einem Gespräch vor zwei
Wochen äußerte die Bezirksregierung im Übrigen "keine
grundsätzlichen Bedenken". Sie ist bereit, die erforderliche
Änderung des Gebietsentwicklungsplans auf den Weg zu bringen. (wit)
26.06.2003 / LOKALAUSGABE / MOERS Start frei für "Moto World" INVESTITIONEN / Planungsausschuss gibt grundsätzlich "grünes Licht" für Motorsportpark am Kohlenhuck. Brune Consulting: Stehen als Entwickler für die "Königlichen Höfe" zur Verfügung. MOERS. Startschuss für die "Moto World Moers": Der Planungsausschuss des Rates hat gestern den Plänen für den großen Motorsport- und Freizeitpark am Kohlenhuck einstimmig "grünes Licht" erteilt. Initiator Jürgen Wegner präsentierte zudem erstmals einen potenziellen Investor. Rund 125 Millionen Euro sollen nach der Kalkulation des Projektentwicklers Creativ Consulting Management (CCM) in die "Moto World" investiert werden, wobei die Kosten für das 60 Hektar große Grundstück von der Deutschen Steinkohle nicht berücksichtigt sind. Zumindest einen Teil der riesigen Summe will Harry Maessen in das Projekt stecken. Er betreibt eine florierende Rennstrecke im holländischen Venray. Maessen will möglicherweise auch als Betreiber der "Moto World" mit von der Partie sein und die in den USA populären Nascar-Rennen veranstalten.
Rennstrecke auf der
Zielgeraden
Die CDU findet das Projekt gut, bat jedoch darum, mit dem ADAC zusammen zu arbeiten, die SPD forderte Rücksicht auf das benachbarte Riedelgelände, die Grünen wollen die Realisierung kritisch begleiten hinsichtlich Landschafts- und Lärmschutz. So sprach sich der Ausschuss letztlich für die Realisierung aus. Zweites großes Thema der Sitzung war das Stadtbus-Konzept Kamp-Lintfort. Hier stellte Ingenieur Kai Pachan ein weiteres Zwischenergebnis der Planungen vor. Hintergrund: Noch im März wurde dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt, einen Arbeitskreis ÖPNV einzurichten. Erarbeitet wurde ein Plan für die Linienführung von Stadtbussen. Er wurde um eine Linie ergänzt, die der speziellen Anbindung der Gewerbegebiete Kamp-Linforts dienen soll, und zwar als reine TaxiBus-Linie, die nur in Zeiten des Berufsverkehrs angeboten wird. Die Linie verbindet den zentralen Busbahnhof und damit alle Stadt- und Regionallinien sowie von dort das Bergwerk West, Siemens, das Gewerbegebiet Süd und Dieprahm. Weiterhin, so Pachan gestern, soll der Anregung nachgegangen werden, den Dachsberg-Friedhof besser und schneller zu erschließen. Als einen der wichtigsten Vorteile nannte der Ingenieur, dass bei dem geplanten Stadtbuskonzept keine weiteren Busse anzuschaffen bzw. Fahrer einzustellen seien: "Dabei wird jede Menge mehr an Leuten transportiert." Der Standort des Busbahnhofes soll unbedingt inmitten der City beibehalten werden. Aneinanderrücken sollen aber die jetzigen Haltestellen in Höhe Kamperdickstraße. HEINZ-LEO GARDENIER |