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Führungswechsel beim ADAC Motorclub 1950 e.V. Kamp-Lintfort

Hans J. Albeck trat ab

In den über 12 Jahren, die Hans J. Albeck mit viel Enthusiasmus für den Traditionsclub der Bergbaustadt gearbeitet hat, gab es viele Erfolgserlebnisse zu feiern aber auch Rückschläge zu verkraften. Das wichtigste Ergebnis nach der achtjährigen Amtszeit ist der Fortbestand der Rennstrecke am Eyller Berg und die Tatsache, dass der Motocross-Klassiker am 1. Mai auch nach über 50 Jahren immer noch ein echter Publikumsmagnet ist. Unter der Leitung von Albeck konnte das sportliche Geschehen auf höchstem Niveau gehalten werden. Durch die Umsetzung neuer Ideen entwickelte sich die Veranstaltung in den letzten Jahren zu einem echten Event.
Hans J. Albeck hat jetzt genügend Zeit, um bei schönem Wetter sich auf seine Dreizylinder-Triumph zu schwingen und ohne Stress durch die Landschaft zu fahren.

Das Hans J. Albeck in den Motorclub Kamp-Lintfort eintrat, ist eigentlich nur eine logische Konsequenz seiner Lebensumstände. Schon als 7-jähriger Steppke erlebte er beim ersten Rennen des Clubs auf der Pferderennbahn am Kloster Kamp 1950 die wilden Reiter mit Helm und "Lederpanzer" auf ihren knatternden Vehikeln. Das Interesse an den spannenden und spektakulären Offroadrennen hielt bis heute an. So wurde der kleine Hans in den folgenden Jahren Stammgast beim Motocross am Eyller Berg.

Der eigentliche Kontakt zum Verein entstand dann doch eher zufällig. Albeck wohnte in den 80-er Jahren mit seiner Familie in unmittelbarer Nähe des Eyller Bergs, in der Nachbarschaft von Wolfgang Röhner, dem damaligen Vorsitzenden des Konkurrenzvereins MSC aus dem Amatuerlager. Man kannte sich durch die gemeinsame Nutzung des Eyller-Berg-Kurses und so war 1991 schnell die Verbindung zum damaligen Vorsitzenden des ADAC Motorclubs, Wilhelm Bosch, hergestellt. Zu dieser Zeit war Albeck aber bereits intensiv beim Radsportverein RSV Kamp-Lintfort in die ehrenamtliche Vereinsarbeit eingebunden, um die bekannten Radrennen in Kamp-Lintfort und später dann das Saisoneröffnungsrennen Straelen zu organisieren. Der sportbegeisterte Versicherungskaufmann bekleidete hier von 1989 bis 1990 den Posten des 2. Vorsitzenden.

Wilhelm Bosch konnte einen Mann mit diesen Erfahrungen für den Motorclub natürlich gut gebrauchen und überredete Albeck zum Mittun. Zuerst waren dann auch handwerkliche Fähigkeiten gefragt: Da hieß es anpacken, die Zäune reparieren um die Bahn vor dem Rennen instand setzen.

Ab 1991 unterstütze Albeck dann die damalige Schatzmeisterin Elisabeth Benedix als Kassenprüfer. Er rückte in den folgenden Jahren in den Vorstand auf und begleitete als 2. Vorsitzender die letzte Amtsperiode von Wilhelm Bosch.

1996 wurde Albeck dann selbst zum Vorsitzenden gewählt. Neben dem aufreibenden Job in seiner eigenen Versicherungsagentur folgten dann acht Jahre harte Vereinsarbeit, die Ihn auch gelegentlich bis über die Belastungsgrenze forderten.

Doch jetzt ist Schluß damit für den 60-Jährigen. "Leben genießen", heißt die Devise. Bereits vor einem Jahr verkaufte der Jungpensionär sein Geschäft und wollte nicht bis zum Alter von 66 Jahren warten, wo bekanntlich das Leben erst richtig anfängt. Es bleibt jetzt genügend Zeit, sich den persönlichen Interessen zu widmen und ohne Termine den Tagesablauf frei zu gestalten. So wird die Enkeltochter jetzt wohl ihren Opa öfter sehen oder es geht mit dem Kamp-Lintforter Skiclub auf die Bretter zum alpinen Wintervergnügen. Auch seine Dreizylinder-Triumph wird jetzt häufiger bei schönem Wetter die Garage verlassen und den jung gebliebenen Großvater zu Touren in südliche Gefilde animieren.

In der Rückschau zieht Hans J. Albeck, trotz allem Stress, den die Vereinsarbeit oft mit sich brachte, eine positive Bilanz. In seiner Amtszeit stiegen die Mitgliederzahlen und der Verein bekam durch seine Initiative im Terhardtshof einen eigenen Clubraum, in dem eine professionelle Vereinsarbeit möglich ist. Sets war Albeck auch um einen Interessenausgleich zwischen Motorsport und Naturschutz bemüht, so dass heute mit den Naturschützern und der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Wesel eine einvernehmliche nutzbringende Zusammenarbeit möglich ist.

Albeck hatte sich die Verbsserung der Öffentlichkeitsarbeit auf die Fahne geschrieben. Es wurden u. a. mit vielfältigen Aktionen die Aktivitäten der Werbegemeinschaft Kamp-Lintfort unterstützt und zum 50. Vereins-Jubiläum eine große Festschrift herausgebracht. Auch sportlich gab es Novitäten, wie die Ausrichtung der Deutschen Jugendmeisterschaft im Jahr 2000, die Durchführung von Doppelmeisterschaftsläufen oder die Inszenierung von Freestyle-Shows. Mit der Aufstellung eines großen Festzelt direkt an der Rennstrecke konnte der Service für die Zuschauer noch einmal deutlich verbessert werden. Hier ist auch "Der heißeste Tanz in den Mai" ein feste Einrichtung geworden.

Die größte Herausforderung für den scheidenden Vorsitzenden und die aktiven Mitglieder war die Organisation des Mega-Events am 17. November 2001 in der Arena AufSchalke. Albeck reiste im Vorfled mit Promoter Reiner Verherstraeten wochenlang kreuz und quer durch Deutschland, da das Rennen auch noch mit eine Zweitveranstaltung in Leipzig gekoppelt war. Alles von der technischen und sportlichen Seite, was in der Verantwortung des Motorclubs lag, lief bei der bis dahin größten Indoor-Motorsportveranstaltung Europas perfekt ab. Doch eine schlechte Vermarktungsstrategie und überhöhte Eintrittspreise, die nicht zuletzt durch das in Sachen Motorsport ahnungslose Management der Arena verursacht wurden, bescherten nur 15.000 Zuschauer und damit das Aus für eine gute Idee und eine herbe Enttäuschung für alle, die an dem Projekt mitgearbeitet hatten. Albeck ist auch heute noch davon überzeugt, dass bei einer nur annähernden Unterstützung wie der bei den Biathlon-Veranstaltungen AufSchake ein Erfolg möglich ist.

Ein weiteres Ziel war die Schaffung eines Trainingsgeländes für die Geländesportler unserer Region. Dieses Ziel wurde bisher nicht erreicht. Bei der Planung des Moto-Parc-Projekts durch den Kölner Investor Amian, das auch eine Motocross-Bahn beherbergen sollte, war der Motorclub als kompetenter Ansprechpartner gefragt. Doch die hohen Umweltauflagen und die damit verbundenen Kosten ließen den Plan scheitern, so dass die Enduristen und Motocrosser auch heute noch nach Holland oder Belgien pilgern, wo solche Projekte problemlos funktionieren.

Trotz allem ist Albeck der Meinung, dass seine Zeit als Vorsitzender spannend und aufregend war und der Einsatz sich gelohnt hat.